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LENZKIRCH Saig

Seit dem Beginn des 12. Jahrhunderts (1149) soll der Ort Saig, heute ein Teil der Gemeinde Lenzkirch, am Fuße des Hochfirstes bestehen. Er soll eine Gründung des Klosters Allerheiligen von Schaffhausen sein. Saig war unter den Fürstenbergern dem Amt Lenzkirch zugeteilt. Dies galt bis ins Jahr 1806. Das Bergdorf war daher mit dem Geschick von Lenzkirch eng verbunden.

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Saig lebt vorwiegend vom Tourismus. So hat das knapp über 800 Einwohner mit Hauptsitz fassende Dorf weitere Einwohner, die hier ihren Zweitwohnsitz haben, sowie mehrere Hotels und Ferienwohnungen. Am Saiger Kuhberg befindet sich ein Skilift. Eine nachdts beleuchtete Rodelbahn führt mit einer Länge von etwa 1800 Metern hinunter an den Titisee. Daneben sind mehrere Loipen vorhanden.

Das Video oben zeigt eine Wanderung bei Saig im Schwarzwald. Bild antippen und genießen!

Über die Herkunft des Ortsnamens gibt es mehrere Hinweise. Da die älteste überlieferte Form "Seegga" oder "Saegge" lautet und bald auch die Formen "Saigen" und "Seig" auftauchten, nutze man beide Formen für Erklärungsversuche. Die wahrscheinlichste Herkunftserklärung, so Kurt Hodapp in seiner Ortschronik, ergibt sich aus einem Wortstamm, der im Mittelhochdeutschen beide Formen umfaßt: saige, sege gleich Senkung, Neigung. Daraus deutet man Saig: "Siedlung am geneigten, eingeschlagenen Berghang". Es könnte sich auch um eine frühe Bezeichnung, Seigge - Wasserscheide, handeln. Das unten im Tal liegende Mühlingen bedeutet "Bei den Mühlen".

Sehr früh zog der Tourismus in Saig ein. Bereits 1889 wird bestätigt, dass Saig seit 15 Jahren ein sehr besuchter Luftkurort geworden ist. Eine "köstliche Aussicht" bot sich - und bietet sich - vom Hochfirstturm. Er wurde 1889 fertiggestellt.

Saig war lange Zeit Wallfahrtsort und zwar bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Die heutige Kirche mit Sakristei und Turm ist im Jahre 1412, die Johanneskapelle zwei Jahre zuvor und der Ölberg 1768 erbaut worden. Bei der Zerstörung durch die Franzosen 1713 blieben Turm und Chor unbeschädigt. Die Johanneskapelle fiel 1900 einem Großbrand zum Opfer und wurde wieder aufgebaut.

Kuhnigundes Kuhle(h)rpfad am Kuhberg

Auf dem Kuhle(h)rpfad in Saig lernen Familien die Kuh Kuhnigunde und ihre Freunde auf dem Kuhberg kennen. Nebenbei lösen sie spannende Aufgaben. Ob mit Gleichgewichtsübungen oder beim Gummistiefelkegeln - viele verschiedene Stationen lassen während der Wanderung keine Langeweile aufkommen. Direkt am Startpunkt wartet die erste Station "Kuhglocke". Kurz darauf nach links in den Wald abbiegen. Nach wenigen Metern wartet bereits die 2. Station. Weiter gehts auf dem Pfad immer den Stationen entlang, bis kurz vor dem Ende der Tour auf dem Kuhberg das Ziel erreicht ist. Es wartet ein herrlicher Ausblick auf Saig und den Hochfirst mit Aussichtsturm. Zudem befindet sich hier auch ein Spielplatz. Tipp: Rund um das Haus des Gastes ist das Saiger Plätzle. Dort gibt es weitere tolle Spielmöglichkeiten mit Wasserspielplatz, Boule und Slacklines. Wandertipps: Strecke 2,1 km, Dauer 1:30 Stunden, Aufstieg 33 m, Abstieg 41 m, höchster Punkt 1001 hm, tiefster Punkt 967 hm, Kondition leicht, kinderwagentauglich.

Bis zur Gemeindereform Anfang der 1970er Jahre erstreckte sich die Gemarkung der ehemals selbstständige Gemeinde Saig im Westen bis an den Titisee. Der Fluss Gutach war die Ortsgrenze zwischen Saig und Titisee. Dann aber kam das östliche Seeufer zur Stadt Titisee-Neustadt. Am 1. Oktober 1974 wurde Saig nach Lenzkirch eingemeindet.

Gegründet wurde das Dorf vermutlich durch das Schaffhauser Kloster Allerheiligen. Zumindest bestätigte Kaiser Heinrich V. im Jahr 1111 dem Kloster seinen Besitz in Seegga bzw. Riedgras. 1277 hatten die Herren von Lupfen ebenfalls Besitz in Saig. Saig gehörte stets zur Herrschaft Lenzkirch und teilte damit auch meist deren Schicksal. So wurde die Herrschaft inklusive des Burgstalls Alt-Urach und eines Dorfes namens Gesserschweiler im Jahre 1491 für 6000 rheinische Goldgulden von den Blumeggern an Heinrich von Fürstenberg verkauft. Dort verblieb sie, bis sie mit dem Großteil des Fürstentums Fürstenberg im Jahr 1806 über die Rheinbundakte an das Großherzogtum Baden gelangte.

Im Zuge der Belagerung Freiburgs im Herbst 1713 drangen etwa 400 Franzosen bis nach Holzschlag bei Bonndorf vor. Auf dem Rückzug steckten sie, neben zwei Häusern in Mühlingen, in Saig die Kirche, den Pfarrhof, das Wirtshaus und sieben weitere Gehöfte in Brand. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war Saig ein Wallfahrtsort. Im Jahr 1900 vernichtete ein Großbrand im Ort das Pfarrhaus und die Johanneskapelle.

Im Jahr 1923 kam es zum Doppelmord am Ehepaar Köpfer an ihrem Wohnhaus durch Karl Friedrich Hundertpfund. Dieser wurde als letzter Mensch in der Republik Baden mit der Guillotine am 28. Oktober 1924 in Freiburg hingerichtet. 2023 wurde die Tat in einen Mundart-Theaterstück der Jostäler Freilichtspiele inszeniert.

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