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BRÄUNLINGEN Heckenerlebnispfad

Was hat es mit der "Drosselschmiede" in Hecken auf sich? Und woher kommen die mysteriösen Steinhaufen bei Bräunlingen in der Ferienregion Donau-Baar im Schwarzwald-Baar-Kreis? Diese und noch mehr Geheimnisse lassen sich auf dem Heckenerlebnispfad lüften. Auf fünf abwechslungsreichen Kilometern führt er durch die einzigartige und preisgekrönte Bräunlinger Heckenlandschaft.

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Hecken gehören zum traditionellen Landschaftsbild der Muschelkalk-Gäuflächen, deren südliche Ausläufer bis in die Baar (hier befindet man sich an der Grenze zwischen Schwarzwald und Baar) reichen. Die Bräinlinger Hecken sind sogenannte "Steinriegelhecken". In Gebieten mit Kalkuntergrund kommen beim Pflügen regelmäßig Kalksteine an die Oberfläche. Sie wurden aufgesammelt und an Feldrainen abgelegt. Der rund 5 km lange Rundweg "Heckenerlebnispfad" zeigt eine Vielzahl an Hecken; an 25 Stationen wird ausgiebig darüber, aber auch über die Tiere und Pflanzen informiert.

Hecken sind besonders artenreiche Lebensräume. Die Baar-Hecken beherbergen rund 600 Arten an Blütenpflanzen, darunter auch geschützte Arten wie Türkenbund oder Orchideen. Insgesamt fandman in Hecken rund 8000 verschiedene Tierarten. Die meisten sind Insekten, aber auch Amphibien, Reptilien, und ein Fünftel der einheimischen Vögel gehören zu den Heckenbewohnern. Auf 25 Tafeln entlang des Heckenerlebnispfades wird auf die Bedeutung der Hecken, ihre Geschichte und auf die Sträucher und Tiere hingewiesen.

Seit Anfang der 1960er Jahre ging der Heckenbestand vielerorts drastisch zurück. Die Hecken störten bei der Bewirtschaftung mit großen Maschinen und wurden deshalb oft beseitigt, teilweise im Rahmen von Flurbereinigungen. Damit verloren zahlreiche Tiere ihren Lebensraum, typische Heckenbewohner wurden selten.

Doch in den letzten Jahren kam es zu einem Umdenken. Der ökologische Wert der Hecken wurde erkannt. Auch das Landschaftsbild wird erheblich aufgewertet, wenn die landwirtschaftliche Flur durch Hecken gegliedert und aufgelockert wird. Heute werden Hecken wieder neu angepflanzt, auch bei Flurbereinigungen, die inzwischen den vorhandenen Bestand schonen.

In Bräunlingen am Ostrand des Südschwarzwaldes ist der alte gewachsene Heckenbestand noch weitgehend erhalten geblieben. Er erfreut sich großer Wertschätzung, wird gepflegt und auch von der Landwirtschaft akzeptiert. Nach dem baden-württembergischen Biotopschutzgesetz stehen alle Hecken generell unter Naturschutz. Sie dürfen zwar zurückgeschnittten werden, nicht aber beseitigt.

Hecken sind gewissermaßen ein Übergangsstadium von der Wiese zum Wald. Überlast man sie sich selbst, so werden schon nach einigen Jahren lichtliebende Pflanzen wie Pfaffenhütchen, Heckenrosen oder Schneeball von stärkeren Pflanzen wie Haselnuss, Esche und Feldahorn verdrängt. Nach wenigen Jahrzehnten besteht die Hecke nur noch aus wenigen Gehölzarten, die Baumstärke erreichen.

Um dies zu verhindern und auch konkurrenzschwächeren Sträuchern Lebensraum zu verschaffen, sind Pflegemaßnahmen nötig: Die Hecke muss von Zeit zu Zeit geschnitten werden. In Bräunlingen übernehmen Landwirte diese Arbeit, unterstützt von der Stadt und finanziert aus Naturschutzmitteln. Die Pflegeaktionen finden im Spätherbst oder Winter statt, wenn keine Vögel im Brutgeschäft gestört werden.

Typische Heckengehölze

Die Mehlbeere ist eng verwandt mit der Vogelbeere, gedeiht aber im rauhen Klima der Baar besser. Kennzeichen sind die ungeteilten, silberglänzenden Blätter. Die Mehlbeere liebt sonnige Standorte und kalkhaltigen Boden. Als kleiner Baum wird sie bis zu200 Jahre alt. Aus den Früchten der Mehlbeere lässt sich mit etwas Mühe Marmelade gewinnen.

Weißdorn steigert die Durchblutung des Herzmuskeln und verbessert die Schlagleistung des Herzens. Die Sauerstoffversorgung des Körpers ist dadurch besser gewährleistet. Außerdem wirkt er beruhigend, blutstillend, fiebersenkend und krampflösend.

Die Schlehe ist fast der häufigste Heckenstrauch. Sie breiten sich vor allem durch Wurzelbrut aus. Schlehenfrüchte sind sehr bitter. Man kann jedoch daraus schmackhafte Produkte wie Kompott, Saft, Marmelade, Likör und Wein herstellen. Schlehen wird eine blutreinigende, harntreibende und abführende Wirkung zugeschrieben.

Von den Heckenrosen finden sich allein in den Bräunlinger Hecken zwölf verschiedene Arten. Aus dem Fruchtfleisch der Hagebutten lässt sich Marmelade gewinnen, aus der ganzen Frucht Tee. Lausbuben benutzten die haarigen Kerne gerne als Juckpulver. Hagebutten finden als mildes Abführmittel Verwendung. Wegen des angenehmen Geschmacks eignen sie sich ber vor allem für einen wohlschmeckenden Tees.

Holunder wächst oft als erstes Gehölz auf ungenutzten Flächen, da die Beeren sehr leicht von Vögeln verbreitet werden und gut anwachsen. Holunder liebt nährstoffreiche Böden. Die Beeren des Schwarzen Holunder gehören zu den am vielfältigsten nutzbaren Heckenfrüchten. Sie sind sehr vitaminreich und haben eine leicht abführende Wirkung.

Wanderinfo

Länge: 6 km
Dauer: 2 Stunden
Kondition: leicht
Auf- und Abstieg: 90 m
Höchster Puntk: 1000 hm
Tiefster Punkt: 600 hm
Empfehlung: gutes Schuhwerk, witterungsbedingte Bekleidung, Vesper und Getränke

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