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Museumsmühle in Weiler bei Stühlingen Schwarzwald

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Mühle mit drei Mühlrädern

Im Weiler bei Stühlingen-Blumegg steht eine der ältesten, in großen Teilen noch vollständig erhaltenen Mühlen Deutschlands. In ihr wurden Körner gemahlen, Getreide, Früchte, Ölfrüchte sowie Knochen gestampft. Außerdem wurde Kalkstein abgebaut, gestampft und zu Düngegips zermahlen. Die Mühle ist eine einzigartige Rarität mit drei Mühlrädern und fünf Mahl- und Stampfwerken. Vor allem wegen ihrer einmaligen Antriebstechnik stellt die Mühle einen großen kulturhistorischen Wert dar.

Es klappert die Mühle am Weilemer Bach
Sie liegt etwas abseits, im beschaulichen Weilertal bei Stühlingen-Blumegg, an der Verbindungsstraße Grimmelshofen - Blumegg, und sie ist eine echte Rarität: die Museumsmühle des Landkreises Waldshut. Sie ist nicht nur die älteste, in großen Teilen noch vollständig erhaltene Gipsmühle Deutschlands, sondern mit ihrer einmaligen Antriebstechnik zugleich die einzige ihrer Art.

Nach aufwendiger Sanierung mit Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und durch das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg konnte der Landkreis Waldshut die Museumsmühle nun der Öffentlichkeit zugänglich machen. Gut geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter sind Garanten für interessante und fachkundige Demonstrationen und Führungen.

Direkt vor der Mühle ist ein kleiner Parkplatz. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie eine Dampflok vorbeifahren sehen, denn hier verläuft die Sauschwänzlebahn. In der Nähe ist auch eine Wandergaststätte.

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Ausgiebig Gelegenheit, sich über die Geschichte der Mühle zu informieren, gab's beim Mühlentag 2005. Peter Scherble unterstrich bei seiner kurzweiligen Führung immer wieder die Einzigartigkeit der restaurierten Mühle mit ihren fünf Mahl- und Stampfwerken, für deren Antrieb drei oberschlächtige Mühlräder sorgen. Dabei wird die Wasserkraft von der Horizontalen in die Vertikale umgeleitet, eine Technik, die der vom Kloster St. Blasien eigens in Norddeutschland angeheuerte Mühlenbaumeister von den Windmühlen abgeschaut hat. Die hölzernen Achsen aus ganzen Baumstämmen, die mächtig durch das ganze Haus ragen, heißen nicht umsonst "Königsbäume".

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Alle Bereiche des Lebens konnte der Müller im Weiler abdecken. Getreide und Ölfrüchte sorgten für Nahrungsmittel, gestampfter Hanf brachte den Rohstoff für die Herstellung von Leinen. Außerdem zerkleinerte die Gipsmühle den in den Hungerjahren des 19. Jahrhunderts als Düngemittel besonders begehrten Ackergips, aber auch Bau- und Estrichgips. Der Rohstoff stammte aus einem Gipsbruch in den nahen Wutachflühen, der seit kurzem entsprechend beschriftet ist.

"Warum düngt denn Gips?" fragte eine interessierte Mühlenbesucherin. Scherble wusste zu berichten, dass Gips eine Zersetzung bewirkt, die die Nährstoffe im Erdboden freisetzt. Gleichzeitig half der in den Gipsbrocken vorhandene Kalk den vorhandenen Stickstoff aufzubereiten. In der Stampfe zerkleinerte der Müller unter anderem das für die Seifenherstellung notwendige Knochenmehl. Die Mühle im Blumegger Weiler ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, viele Bauteile sind auch eine Augen- weide. Schön geschwungene Säulen oder der oben erwähnte "Kleie-Kotzer" sind auch ästhetische Sahnehäubchen. Letzterer ist eine sorgsam geschnitzte Fratze, aus deren Maul die vom Mehl getrennte Kleie ausgespuckt wurde. Der "Kleie-Kotzer" hat laut Scherble eine "mystische Bedeutung". Er sollte die bösen Geister vom Essen vertreiben. Das "Mühlauge" hat im übrigen nichts mit guter Sicht zu tun, sondern ist die Öffnung, in die der Müller das Mahlgut einfüllte. Ganz nebenbei betrieb der Mühlenführer ein wenig Gesundheitskunde. Er erzählte, dass das begehrte Weißmehl früher vor allem den körperlich hart arbeitenden Männern Nachteile brachte. Die fehlenden Nährstoffe schwächten deren Bindegewebe und es kam vermehrt zu Brüchen, ein Grund dafür, warum in etlichen Mühlenmuseen gleichzeitig alte Bruchbänder ausgestellt werden.

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