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Blindensee - See ohne Abfluss in Schönwald

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Der Blindensee bei Schönwald.

Bilder: Wolf-Wilhelm Adam

Der Schwarzwald als höchstes deutsches Mittelgebirge weist in der Vielfalt und Schönheit seiner wechselvollen Landschaftsform auch einige geheimnisvolle Seen auf. Es sind oft stille Naturschönheiten; in noch unberührter Landschaft gibt es eigentümliche Seen mit vielen Gesichtern. So auch der schwarzdunkle, verträumte Blindensee. Er ist umgeben von verwachsenen Baumgestalten, Gräsern, Moos und Binsen; dies ist ein weiteres Charakteristkum eines Hochmoorsees. Dabei weist der Blindensee bei Schönwald eine zusätzliche Besonderheit auf: Er verfügt über keinen Abfluss.

Zugang: Von der B 500 oberhalb der Triberger Wasserfälle Richtung Reinertonishof abzweigen, bis zum Hof (historisches Schwarzwaldhaus ist ein Kulturdenkmal, daneben Speiselokal) fahren. Ab dem Parkplatz besteht eine gute Ausschilderung. Oder von der Inselklause geht es über den Elzhof und die Höhe des Langenwaldes zur Blindenhöhe, dann zur Vorderen Vogte mit dem einsam gelegenen Vogtehof, zu dessen Füßen der sagenumwobene Blindensee liegt.

Er liegt direkt an der Grenze zwischen Schönwald und Schonach, ist tintenschwarz und unergründlich. Man muss ihn unter tiefblauem Sommerhimmel erlebt haben, wenn kein Windhauch Schilf und Binsen bewegen, und die starke Duftmischung aus Hochwald und Moor tief die Lungen füllt. Überall wachsen Torfmoose, dicke Polster, die wie Schwämme mit Wasser vollgesogen sind. Weich ist sein Moorwasser. Auch gibt dieses Hochmoorgebiet wunderschöne Wintermotive ab. Reif, Eis und Schnee verwandeln die bizarren Gehölzgruppen in märchenhafte Naturgestalten. Eine geradezu magische Naturschönheit ist der See, wenn Nebel über ihn zieht. Einzigartiger Zauber, wenn die Nebelschwaden wie ein Seidenschleier über dem See hängen.

Entstanden ist der See wie alle Hochmoore in der Region durch die Hebungen der Gesteinsmassen und Gletscherwirkungen; in der Folge entstanden Risse, Höhlen und Ausbuchtungen, die sich mit Wasser und teilweise mit Erde füllten. Es bildeten sich Sümpfe, in denen aber zu Zeiten von Trockenheit Gräser, Buschwerk und selbst Bäume wachsen konnten. Noch immer sind hier Binsen, Seggen, Wollgras, Moosbeere, Fieberkraut, Fettklee, Erika und Sonnentau zu finden. Bei Hochwasser wurden die Flächen überflutet; im Laufe der Jahrhunderte vermoderten Pflanzen und Bäume. Neue Schichten setzten sich darüber, bis nach und nach der Moorboden entstand mit den typischen Torfmooren, wie sie hauptsächlich beim Blindensee, im Schwarzenbach- und Gutachtal zu finden sind. Noch bis in die 50-er Jahre hinein wurde dort Torf gestochen.

Der Blindensee hat seinen Namen vom einstigen Blindenhof, dessen Besitzer ehedem völlig blind war, wie das Kirchenbuch aus dem Jahr 1718 bei seiner Trauung eigens erwähnt ("omnino caecus"). Der Hofbauer hieß Gabriel Kern. Das Bauernhaus war etwa 1564 erbaut worden, wurde aber 1908 abgebrochen und anderweitig an Stelle eines abgebrannten Gebäudes in Schonach wieder aufgebaut; der Boden wurde aufgeforstet, dennoch sind im Gelände östlich des Blindensees noch immer die Spuren der einstigen Hofstatt zu erkennen.

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